Vortrag und Diskussion

Die extreme Rechte in Deutschland wird in einigen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen mittlerweile als soziale Bewegung begriffen, die nach einem grundlegenden sozialen Wandel strebt. Statt des Fokus auf Parteien- und Wahlforschung oder juristischer Engführung auf Straf- und Gewalttaten soll so ihr Zustand und die Wirkmächtigkeit von organisierten Neonazis und anderen Rechten beurteilt werden. Gerade vor dem Hintergrund der Modernisierung der extremen Rechten ab den 1990er Jahren, die neben dem Phänomen der Freien Kameradschaften auch eine bewegungstypische Subkultur hervorgebracht hat, ist heute ein Netzwerk von Gruppierungen zu beobachten, das mit einem relativ breiten Aktionsrepertoire in der Öffentlichkeit auftritt. Diese Entwicklung und die Erfolgsaussichten einer solchen extrem rechten, sozialen Bewegung sollen im Vortrag präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Dabei werden zunächst generelle Merkmale sozialer Bewegungen sowie Paradigmen zur Erklärung ihres Entstehens und Handelns vorgestellt und anschließend auf die extreme Rechte - und speziell Kameradschaften - übertragen.

Veranschaulicht werden die Befunde anhand einiger Beispiele aus Rheinland-Pfalz, wo sich in der Vergangenheit zahlreiche Kameradschaften gebildet haben, die dort und über die Landesgrenzen hinaus unterschiedlich stark in Erscheinung getreten sind.

Eine Veranstaltung der gruppe_x und der ag freie bildung

 


Dienstag, 16.12.14 - 18 Uhr – Universität Bielefeld – Raum C02-228